DER GEIST DER NATUR
Gartenkunst, Blumenarrangements, Bonsais, das Kirschblütenfest im April, das Farbenfest im Herbst zu Ehren der bunten Wälder - die Japaner haben ein ganz besonderes Verhältnis zur Natur. Der japanische Kaiser stammt von der Sonnengöttin Amaterasu ab, sein Siegel ist eine stilisierte Chrysanthemenblüte. Der Ursprung dieser Verbindung liegt im japanischen Schintoismus, nach dem in der Natur unsichtbare, wohlmeinende oder böswillige Gottheiten leben, um die man sich kümmern muss. Diese Kami verbergen sich in Wasserfällen, in ungewöhnlich geformten Felsen oder in Bäumen mit verwachsenen Ästen. Einige dieser Geister haben einen Tempel, wie den Hakone-jinja-Schrein.
Der Respekt der Natur ist eng mit dem Respekt der Jahreszeiten verbunden, die alle Aspekte der japanischen Kultur beeinflussen. Die Natur ist zwar heilig, aber gleichzeitig Teil des täglichen Lebens. Ein traditionelles Essen wird auf Tatami-Matten eingenommen und besteht aus Kaiseki, einer Abfolge von kleinen Gerichten, deren Zusammenstellung von der jeweiligen Jahreszeit abhängt. Die Zutaten werden so natürlich wie möglich zubereitet. Es gibt viele Feste zu Ehren der Natur: Shunbun no Hi, die Frühlings-Tagundnachtgleiche; Midori no Hi, das Fest der Natur, Umi no Hi, das Fest des Meeres; Shubun no Hi, die Herbst-Tagundnachtgleiche und Hanami, das Kirschblütenfest.