Als ich jung war, wollte ich Tierarzt werden. Meine Eltern hatten ein kleines Lokal in Frankreich und ich musste meinem Vater helfen, der es hasste, in der Küche zu arbeiten. Ich bin Küchenchef geworden, weil ich überzeugt war, dass es etwas anderes geben muss, als Eier mit Mayonnaise und Spinat aus der Dose.
Ich studierte an der Hotelfachschule in Nizza und reiste danach sehr viel (Großbritannien, Brasilien, Spanien, Paris), wobei ich in prestigevollen Häusern arbeitete (L’Oustau de Baumanière und La Verniaz). Ich arbeitete dann vier Jahre im Familienbetrieb, wo ich auch einen Michelinstern erkochte.
Am meisten wurde ich geprägt durch die Entdeckung der Vielfalt von Kulturen und Küchen. Meine wichtigste Etappe war dabei der Amazonas mit seinen Produkten und seiner Magie.
1983 ließ ich mit meiner Frau und meinen beiden Töchtern in Australien nieder. Eines Tages sah ich eine Villa in der Nähe unserer Wohnung mit dem Namen „Allison’s“, in die ich mich sofort verliebte. 1993 konnte ich sie erwerben und zum Restaurant Jacques Reymond umwandeln.
Meine Küche ist geprägt von meinem Leben. Meine langjährigen Erfahrungen haben es mir erlaubt, die Grenzen der Fusion-Küche neu zu definieren.
Was war Ihr emotionalstes kulinarisches Erlebnis?
1980, bei einem Abendessen bei Girardet in Crissier: Ich hätte niemals geglaubt, dass Gerichte, die so einfach aussehen, so gut sein können. Und dass ein Restaurant mit einem derartigen Ruf eine so minimalistische Dekoration haben könnte. Dass ein so bekannter Chef, so bescheiden sein könnte. Einfach fantastisch.
Was war für Sie der amüsanteste Zwischenfall in Ihrer Küche?
Als ich als Küchenchef im Tropical Hotel in Manaus (Brasilien) arbeitete, hatte ich als Haustier einen sechs Monaten alten Jaguar, der 50 kg wog. Eines Tages entwich er aus seinem Käfig in der Nähe des Restaurants am Pool und machte sich daran, das Buffet zu verschlingen. Die Gäste waren so erschrocken, dass einige ins Wasser sprangen, während andere so schnell wie möglich davonliefen...
Was würden Sie Hobbyköchinnen und -köchen raten?
Kaufen Sie sich Geräte, die Ihnen helfen. Die lästigste Arbeit in der Küche zu Hause ist das Geschirr spülen. Alles andere ist reine Freude!