Schon als Kind hab ich mindestens so gern gekocht, wie Fußball gespielt. Ich bin in der Steiermark aufgewachsen und die meisten Produkte, mit denen wir
gekocht haben, wurden in unserer eigenen Landwirtschaft erzeugt. So lernte ich schon sehr früh großen Respekt vor Lebensmitteln und auch heute noch sind für mich Qualität der Produkte und höchste Sorgfalt während der Verarbeitung oberstes Gebot für meine Küche – sowie natürlich individuelle Kreativität.
Nach meiner Ausbildung in Graz entschied ich mich, nach Deutschland zu gehen.
Zuerst nach Berlin, dann nach Hamburg zu Josef Viehauser ins Le Canard. Die Zusammenarbeit mit Dieter und Jörg Müller sowie mit Eckart Witzigmann in den Jahren danach hat mich besonders geprägt. Nach einem Abstecher zu Gaston Lenotre, nach Paris, in die wunderbare Welt der Patisserie bewarb ich mich um meine erste Stelle als Küchenchef – bei meiner heutigen Frau Silvia Buchholz-Lafer.
Elf Jahre führte ich dort als Küchenchef und späterer Inhaber zusammen mit meiner Frau das Restaurant Le Val d´Or in Guldental. Als im benachbarten Stromberg die dort gelegene Stromburg zu verkaufen war, zögerten wir nicht lange. Nach einem aufwendigen Umbau – ein wahrer Kraftakt - eröffneten wir Ende 1994 Johann Lafers Stromburg, mit unserem Restaurant Le Val d’Or und dem Bistro d’Or.
Bis heute erleben wir das Glänzen in den Augen unserer Gäste als größte Motivation.
Was war Ihr emotionalstes kulinarisches Erlebnis?
Das positivste Erlebnis war, als meine 14jährige Tochter mir ein perfekt zubereitetes Dessert aus meinem ersten
Kochbuch servierte. Das Negativste: Während einer Einladung in China hatte ich die ' Ehre', das Auge eines
Hammels in meiner Suppe zu finden. Es kostete mich starke Überwindung, bevor ich es, um nicht unhöflich zu sein,
im Ganzen verschluckte. Ich hatte noch Tage danach das Gefühl, dass mich etwas von innen anschaut.
Was war für Sie der amüsanteste Zwischenfall in Ihrer Küche?
Ein Gast hatte angekündigt seiner Liebsten einen Heiratsantrag zu machen, also bat er uns, den sehr wertvollen
Verlobungsring in einem Bestandteil des Desserts zu verstecken. Zum sichtlichen Entsetzen des Verlobten schluckte
die Angebete das Törtchen mitsamt dem Ring in einem Happen herunter. Geheiratet haben die Beiden dann später
auch in unserem Haus - mit brandneuen Ringen.
Was würden Sie Hobbyköchinnen und -köchen raten?
Hobbyköche haben Spaß am Kochen und lieben es, ihre Mitmenschen kulinarisch zu verwöhnen. Da in der Regel
kein Hobbykoch eine größere Brigade hinter sich hat, sind eine richtige Zeitplanung und Organisation, umso wichtiger.
Man sollte sich auch nicht zuviel auf einmal vornehmen, lieber öfter einladen. Am besten man probiert die Gerichte
vorher aus. Und - stets auf die Qualität der Produkte achten sowie diese mit Liebe und Sorgfalt zubereiten.