Das erste Mal, das ich je einen bezahlten Job in einem Restaurant hatte, war, als ich mein eigenes Restaurant eröffnete. Ich wollte schon immer Koch werden und war fasziniert von der Gastronomie, von den Erzeugern, von den Zutaten. Bevor ich The Fat Duck eröffnete, hatte ich viel gelesen und viele Restaurants besucht, aber darauf beschränkten sich meine Kenntnisse. Ich habe das Kochen aus Kochbüchern gelernt und hatte als Autodidakt keinerlei Erfahrung im Bereich der Gastronomie, die es mir erlaubt hätten, mir eine Meinung zu bilden. Zu dem Zeitpunkt wusste ich überhaupt nicht, ob ich es als persönlich oder beruflich befriedigende Erfahrung empfinden würde ….es war befriedigend!
Unsere Arbeit verlangt so viele verschiedene Talente. In der Vergangenheit habe ich mit Parfümeuren, DJs, Musikern, Psychologen zusammen gearbeitet und im Augenblick arbeite ich mit Küchenhistorikern zusammen. Die Geschichte der britischen Gastronomie ist faszinierend und viele Gerichte auf der Karte des Fat Duck sind von dieser kulinarischen Geschichte inspiriert worden. Ich glaube, dass dies auch in der Zukunft ein Schwerpunkt bleiben wird.
Was war Ihr emotionalstes kulinarisches Erlebnis?
Das war wohl in Delhi. Beim Schlendern über die Gewürzmärkte. Der erste Eindruck war der überwältigende Gestank aus der offenen Kanalisation, wenn man dann aber um eine Ecke biegt, taucht man in den Duft und das Aroma der wunderbarsten Gewürze ein. Es war vielleicht der Kontrast, aber diese Erfahrung bleibt mir immer im Gedächtnis.
Was war für Sie der amüsanteste Zwischenfall in Ihrer Küche?
Na ja, rückschauend klingt das jetzt ganz amüsant, aber als es passierte? In der Anfangszeit arbeitete ich rund um die Uhr im Fat Duck und zwar mit ziemlich schlechten Geräten. Einer der Jungen in der Küche dachte, er rieche Gas und deshalb schaute ich in den Ofen. Plötzlich gab es einen heftigen Schlag und ich fand mich am anderen Ende der Küche auf der Arbeitsfläche wieder. Der Ofen war explodiert und hatte mich quer durch die Küche geschleudert und dabei mein Gesicht verbrannt und meine Augenbrauen versengt. Natürlich waren Gäste im Restaurant und es war niemand anderes da, der kochen konnte. Ich band mir also eine Tüte Tiefkühlerbsen an meinen Kopf und kochte weiter.
Was würden Sie Hobbyköchinnen und -köchen raten?
Die beste Art zu kochen ist, Spaß dabei zu haben und es nicht zu kompliziert werden zu lassen. Entspannen Sie sich und versuchen Sie ohne Stress zu kochen. Planen Sie voraus, organisieren Sie sich vorher und vor allem bleiben Sie beim Einfachen. Und wenn Sie Kinder haben, denken Sie daran, sie helfen zu lassen. Kochen mit der Familie macht sehr viel Spaß. Vor allem : Haben Sie Spaß !