„Ich habe französisch-spanische Wurzeln und eine für mich sehr wichtige Großmutter. Ich wuchs in einer Familie auf, ganz in der Nähe von ihr. Eine unvergleichliche Köchin, für die die Zubereitung eines Essens keine Schinderei war, sondern ein Vergnügen. Ein Vergnügen, das sie mit anderen teilte. Schon in sehr jungen Jahren war ich vertraut mit wunderbaren Erzeugnissen, mit solchen, die in der Erde angebaut wurden und Produkten aus dem Meer, denn mein Vater war Winzer und Landwirt, viele meiner Onkel waren Fischer. Schon früh konnte ich die Aufgaben eines Kochs nachvollziehen und verstand auch die für den Erfolg notwendigen Zutaten.
In jedem Restaurant, ganz egal welcher Ausrichtung, sind die Produkte die echten Stars und deren Erzeuger stehen im Rampenlicht. Wir Köche sind dabei die Weiterverarbeiter. Es gibt keine große oder kleine Küche, sondern lediglich eine gute oder eine schlechte.
Seit fast elf Jahren lebe ich nun schon in Quebec, wo ich mit offenen Armen aufgenommen wurde. Hier konnte ich auf der Grundlage der schönsten Produkte der Gegend meinen eigenen besonderen Stil entwickeln. Meine Küche ist gleichermaßen kreativ und modern und doch den Traditionen der klassischen französischen Küche treu. Ich ziehe das Blau Quebecs eindeutig dem Blau des Mittelmeers vor. “
Was war Ihr emotionalstes kulinarisches Erlebnis?
Seit dem zarten Alter von 8 Jahren war ich von den kulinarischen Talenten meiner Großmutter verfallen, die vor meiner kleinen Schwester und mir echte Wunder vollbrachte. Aus ganz einfachen Zutaten wie Milch, Zucker und Butter konnte sie in nur wenigen Minuten tausendundein Gericht zaubern. An dem speziellen Tag war es ein Kuchen mit Milchreis. Er hat sich tief in mein Geschmacksgedächtnis eingegraben.
Was war für Sie der amüsanteste Zwischenfall in der Küche?
Zu meinem 21. Geburtstag wollte meine Mutter, die auch sehr gut kochte, bei meinen Kochkollegen Eindruck schinden und lud sie zu uns nach Hause ein. Das Hauptgericht ist mir noch immer in lebhafter Erinnerung. Es gab Schweinerücken mit Champignons in Vanillesauce. Im Vorbereitungsstress hatte meine liebe Mama die Vanillesauce mit Creme fraîche verwechselt.
Was würden Sie Hobbyköchinnen und -köchen raten?
Für andere zu kochen ist vor allem ein Liebesbeweis. Es ist nicht nötig, Eindruck zu machen, es reicht zu teilen, vor allem ganz einfache Dinge. Ein gutes Produkt, gut zubereitet und gut abgeschmeckt, reicht für ein erfolgreiches Gericht.