
Reiche Kulturschätze, das wohl bezauberndste Flusstal Europas und eine international renommierte Weinbauregion - die Region Wachau-Nibelungengau ist ein einzigartiges Gesamtkunstwerk und bevorzugter Treffpunkt von Genießern und Kennern aus aller Welt. Als eine der ältesten Kulturlandschaften Österreichs erlangte die Wachau im Jahr 1994 das Europäische Naturschutzdiplom und wurde im Dezember 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe gekürt.
Damit wurde eine Kulturlandschaft gewürdigt, in der seit Tausenden von Jahren Menschen siedeln, die mit der Natur in Harmonie leben und auf ganz besonders reizvolle Art mit ihr verschmolzen sind.
KUNSTWERK FÜR KENNER
Anfänge der Zivilisationsgeschichte
Von der langen kulturellen Tradition auf Wachauer Boden zeugen Funde wie die „Tanzende Venus vom Galgenberg“ (Stratzing bei Krems, um 32.000 v. Chr.) oder die „Venus von Willendorf“ (Willendorf, ca. 20.000 v. Chr.).
Um 830 wurde das linke Donauufer von Spitz bis Aggsbach erstmals als „Wahowa“ bezeichnet.
Zu Beginn des 13. Jahrhunderts verfasste ein namentlich nicht bekannter Dichter aus dem Donauraum das „Nibelungenlied“, dessen Handlung teilweise in der Wachau spielt. 700 Jahre alte Fragmente dieses bedeutendsten und umfangreichsten mittelalterlichen Heldenepos in deutscher Sprache wurden in der Stiftsbibliothek Melk entdeckt und sind dort auch ausgestellt.
Die Gelegenheit zur sportiven Betätigung ist in der Wachau reichlich gegeben. Der Donauradweg, eine der attraktivsten Radrouten Europas, hat in der Wachau gewiss einen seiner schönsten Abschnitte. Die landschaftlichen Schönheiten der Wachau können vom Schiff aus besichtigt werden - von Mai bis Ende Oktober ist die Linienschifffahrt in Betrieb.
KUNSTWERK FÜR GENIEßER
Wein und Kulinarik
Seit der Zeit der Römer ist die Wachau Weinland. Und zwar eines, das sich in Sachen Weißweine mit jeder Weinregion der Welt messen kann. Das beweisen zahlreiche internationale Verkostungserfolge, in denen die Rieslinge und Grünen Veltliner nicht selten vor die berühmtesten Weine aus Frankreich oder Italien gereiht werden. Neben den fruchtigen und eleganten Weinen der Sorten Riesling und Grüner Veltliner keltern die Wachauer Winzer vor allem fein-nussige Weißburgunder, Neuburger und fruchtig-mineralische Chardonnays.
Eine ganze Reihe von Spitzenweinen kann in der Wachau jederzeit in angenehmer Atmosphäre verkostet werden, beispielsweise bei den Freien Weingärtnern im „Kellerschlössel“ in Dürnstein, bei den „Winzern Krems“ in Krems, aber auch bei vielen kleinen Winzern.
Nicht minder attraktiv ist die Wachauer Küche. Eine erste Erkundung sollte bei einem Heurigen beginnen. Zumal auch in diesen einfachen Lokalen so mancher große Wein ausgeschenkt wird, die Speisen nach traditioneller Winzerart zubereitet und die kleinen oder großen Deftigkeiten vom berühmtesten Gebäck Österreichs begleitet werden: dem „Wachauerlaberl“.
Wer kulinarisch etwas höher hinaus will, der findet in der Wachau zahlreiche der führenden Restaurants des Landes.
Neben dem Wein zählt auch die Marille zu den großen Delikatessen der Wachau. „Wachauer Marillen“ sind von der EU mit einem Bezeichnungsschutz ausgestattet. Ihr Geschmack ist unverkennbar, man huldigt ihnen daher nicht nur in Form von Knödeln, Marmeladen und raffinierten Desserts sondern auch mit einem eigenen Fest: dem Spitzer Marillenkirtag, der jeden Sommer prachtvoll inszeniert wird.
Kulturerlebnis Region Wachau - Nibelungengau
Flussabwärts von der Stadt Ybbs heißt die Landschaft an der Donau Nibelungengau. Ybbs ist die erste aus einer Reihe von sehenswerten Städten mit einem starken Kulturprogramm. Die alljährlich veranstaltete „Ybbsiade“ - ein zweiwöchiges Kabarett- und Kleinkunstfestival - zählt zu den bedeutendsten Veranstaltungen dieser Art in Österreich.
Weiter flussabwärts auf der Anhöhe des rechtsseitigen Donautals befindet sich mit Maria Taferl einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte Österreichs. Bis zu 300.000 Pilger besuchen die barocke Basilika jedes Jahr.
Pöchlarn ist die Heimatstadt des weltberühmten Expressionisten Oskar Kokoschka. In seinem Geburtshaus wurde das Kokoschka-Dokumentationszentrum eingerichtet, in dem rund 100 Werke des großen Impressionisten zu sehen sind.
Mit Melk erreicht man den westlichsten Ort des als UNESCO-Weltkulturerbe geadelten Gebiets der Wachau. Das Barockstift verfügt über eine weltberühmte Bibliothek mit mehr als 100.000 Bänden, die auch in Umberto Ecos Bestseller „Der Name der Rose“ Erwähnung findet. Die alljährlich veranstalteten internationalen Barocktage und Pfingstkonzerte sind die bedeutendsten Termine im Kulturprogramm des Stifts.
www.stiftmelk.at
In Schönbühel-Aggsbach sind die ehemalige Kartause (1380-1782), die Burgruine Wolfstein und die um 1100 errichtete Raubritterburg Aggstein mit herrlichem Ausblick auf das Donautal besonders sehenswert.
www.ruineaggstein.at
Das Schifffahrtsmuseum in Spitz ist im Barock-Schloss Erlahof eingerichtet. Über 400 Exponate zum Thema der Donauschifffahrt sind hier zu sehen, vom Schiffswrack samt Ladung aus dem Jahre 1810 bis zu zahlreichen Schiffsmodellen im Maßstab 1:20. Zur Zeit der Sonnenwende erstrahlt Spitz - wie viele andere Orte in der Wachau - in einem Licht von unzähligen Fackeln und Dutzenden Sonnwendfeuern. Das eindrucksvolle Spektakel führt alljährlich Tausende Besucher in die Wachau.
Kunst und Volkskultur aus dem Welterbe sind im Wachaumuseum im Teisenhoferhof in Weißenkirchen ausgestellt. Mitte August - zur Zeit des Rieslingfestes - wird Weißenkirchen zu einem Zentrum der Wein- und Genuss-Kultur.
Dürnstein mit dem blauen Turm seiner Stiftskirche bietet wohl die bekannteste Ansicht der Wachau. Hier befindet sich auch die Ruine jener Burg, in der Richard Löwenherz nach seiner Gefangennahme 1192 lange Zeit eingekerkert war.
Krems am östlichen Ende der Wachau ist eine der großen Kulturstädte Österreichs. Die Stadt mit dem historischen Architekturensemble im Ortskern hat eine mehr als 1000-jährige Geschichte und darüber hinaus ein höchst aktives zeitgenössisches Kulturleben. Die Kunsthalle der „Kunstmeile Krems“ zeigt Ausstellungen von internationalem Format, das Karikaturmuseum widmet sich der Satire und dem Cartoon. Die Geschichte des Weinbaus in der Region wird im Weinstadtmuseum eindrucksvoll dokumentiert.
www.krems.info ;
www.kunstmeile.cc
Stift Göttweig, wegen seiner Lage und Ausdehnung auch das „österreichische Montecassino“ genannt, bildet am südlichen Donauufer den Schlusspunkt der Wachau. In dem 1083 gegründeten Barockstift sind vor allem die monumentale Kaiserstiege und die Fresken Paul Trogers beeindruckend.
www.stiftgoettweig.at