
Im Herzen des Beaujolais, der berühmten Weinregion im Norden von Lyon, zeigt Villefranche-sur-Saône rund um die Rue Nationale ihr Erbe aus der Renaissance. Und die Stadt lädt zu einem hübschen Rundweg durch die Weindörfer ein.
Villefranche-sur-Saône, der wirtschaftliche und kulturelle Hauptort des Beaujolais, verdient mehr als nur einen kurze Unterbrechung auf dem Weg nach Lyon. Diese ruhige Provinz-Stadt mit einer überschaubaren Größe hat einen betriebsamen historischen Stadtkern, in dem Geschäfte und Kulturerbe ihre Verführungen darbieten. Fast alles konzentriert sich hier entlang der Rue Nationale (die die Einheimischen "Rue Nat" nennen), der Achse, die die Stadt auf einer Länge von mehr als einem Kilometer in zwei Hälften trennt und an der sich kleine Gebäude im Stil der Gotik und der Renaissance aneinander reihen. Das alte Rathaus und das Gebäude an der Ecke zur Rue Paul Bert zeugen von einigem Wohlstand, der sich auf den Weinhandel gründet. Wenn möglich sollte man es ruhig wagen, durch die Toreinfahrten zu schauen und die schönen, versteckten, gepflasterten Innenhöfe zu erkunden, die hier „Caladoises“ heißen. Die Stiftskirche Notre-Dame-des-Marais an der Rue Nationale ist ein weiteres Juwel. Der Glockenturm mit einer Höhe von 80 m und die fein bearbeitete Steinfassade aus dem 16. Jahrhundert müssen den Vergleich mit größeren Kirchen nicht scheuen. Im Inneren sind die Glasfenster und die Marmorkanzel echte Kunstwerke.
Ein Besuch der Markthalle (jeden Tag außer dienstags und donnerstags), der größten Markthalle für Lebensmittel in der Region, macht Lust darauf, die Gegend zu erkunden. Die Weinregion des Beaujolais umfasst nicht weniger als zehn Appellationen. Beaujeu, Chiroubles, Juliénas, Brouilly, Régnié, Morgon… diese Dörfer, in kleine Täler geschmiegt oder an Berghängen empor kletternd, liegen in einer von Weinbergen geprägten Hügellandschaft. Eine gute Gelegenheit, Weingüter, Weingeschäfte, Weinkeller für Weinproben, Beaujolais-Bistrots, Weinfeste, Weinwanderwege und Museen zu besuchen, kurz gesagt, die „Art de vivre“ dieser Gegend der Grands Crus zu genießen.